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Bayerische Staatsministerin informierte sich über unsere Spanischen Azubis

Diese Woche startete außergewöhnlich für unser Elektro-Unternehmen. Am Montag morgen besuchte uns die Bayerische Staatsministerin, Emilia Müller, zusammen mit Landrat Franz Löffler, MdL Dr. Gerhard Hopp und weiteren Unterstützern des Förderprogrammes MobiPro-EU, um sich über die Umsetzung und den Erfolg des Projektes in unserem Unternehmen zu informieren.

v.l.n.r. Ministerin Emila Müller, Landrat Franz Löffler, Michael Kunz, MdL Dr. Gerhard Hopp, Hermann Brandl VBW

Ist MobiPro-EU eine Erfolgsstory?

Kurz gesagt, JA! Es ist für alle Beteiligten eine Erfolgsgeschichte. Sowohl für das Unternehmen Elektro Kunz als auch für die beiden Spanischen Auszubildenen Oriol Fuego und Samuel Magro, die beide über das Programm MobiPro-EU in den Landkreis Cham kamen, um sich hier eine neue berufliche Existenz aufzubauen.

MobiPro-EU war ein Sonderprogramm des Bundes zur „Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa“. Das Programm wurde im März diesen Jahres eingestellt. Derzeit sind die Sozialministerin sowie der Landkreis und weitere Fürsprecher des Sonderprogramms auf der Suche nach einem ähnlichen Konzept.  Da das Programm mit spanischen und kroatischen Azubis im Landkreis Cham sehr gut funktionierte, besteht der Wunsch, diese Möglichkeit der Fachkräfteentwicklung im Landkreis beizubehalten. Dazu machten sich die Vertreter aus Politik und Wirtschaft vor Ort ein Bild.

Fachkräftemangel im Handwerk

Wir mussten nicht lange überlegen, ob wir bei dieser Initiative mitmachen, als wir vor rund 4 Jahren davon erfuhren. Im Handwerk haben wir einen Fachkräftemangel, auch bei uns Elektriker. Gute Auszubildende für das Elektrohandwerk zu gewinnen wird mehr und mehr zum Glücksfall. Da liegt es auf der Hand, mal über den Tellerand hinaus zu sehen und neue Wege einzuschlagen. Unser Unternehmen ist der Ausbildung schon seit Generationen sehr verbunden. Die Herausforderung junge Menschen an das Elektrohandwerk heranzuführen möchten wir deshalb auch in Zukunft beibehalten. Vor allem am Standort in Cham, wo wir hier mit der neuen Berufschule eine der modernsten Ausbildungsstätten für Elektriker in Bayern haben. Und so entschieden wir uns, einem jungen Spanier, Oriol Fuego, eine Chance zu geben. Ein zweiter kam zwei Jahre später dazu.

Sprache als Barriere

Die Sprache war anfangs das größte Hindernis. Wir beschlossen, dass jeder unserer spanischen Azubis zur besseren Verständigung einen deutschen Azubi an die Seite gestellt bekommt. Ausgerechnet in Oriols Abschlussprüfung wurde er dann mit dem Wort "Pferdestall" konfrontiert, welches ihm nicht geläufig war. Installiere was, von dem du gar nicht weißt, für was es ist!  Er hat seine Prüfung trotzdem mit Bravour bestanden. "Ein Teil meiner Ausbildung gehört Jonas", sagt Oriol heute dankbar.

Wie ist es in Cham zu arbeiten und zu leben?

Unsere Spanischen Mitarbeiter: Oriol Fuego (links) und Samuel Magro (rechts)

Oriol Fuego (25) ist seit 3,5 Jahren hier und findest es immer noch super.  Nach einer Lehrzeitverkürzung hat er seine sehr gut abgeschlossene Berufsausbildung zum Elektriker schhon in der Tasche. Sein neuer Beruf macht ihm Spaß und er will diesen in Zukunft hier ausüben. Auch privat hat er sich gut integriert. Er ist bei der Wasserwacht, geht gerne in die Berge und zum Snowboarden auf den Arber.

Was er an Deutschland schätzt? Die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten, gerade im Elektrobereich. Das will er auf jeden Fall für sich nutzen.

Sein Erfolgsrezept? Sprechen, sprechen, sprechen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Egal mit wem und woher. Unsere unterschiedlichen Dialekte machen ihm schon zu schaffen, aber das bekommt er auch noch in den Griff. Was er vermisst? Das Leben auf den Straßen, vor allem Abends. Er stammt aus Barcelona und ab 20.00 Uhr ist dort jeder auf der Straße. Das ist hier anders...

Samuel Margo (36) steckt noch mitten in seiner Ausbildung zum Elektriker. Er stammt aus Sevilla und ist seit 1,5 Jahren in Cham. Mit dabei seine Frau und seine 4jährige Tochter. Die Familie hier zu haben macht für ihn das Leben um vieles leichter. Dafür fehlt ihm etwas mehr der Kontakt zu den Einheimischen, da er seine freie Zeit hauptsächlich mit seiner Familie verbringt.

Auch Samuel schätzt die Arbeits- und Weiterbildungsmöglichenkeiten im Vergleich zu Spanien sehr und will mit seiner Familie nach der Ausbildung erst mal in Deutschland bleiben. Sprachlich muss er noch an sich arbeiten, das weiß er. Und sich an das Klima gewöhnen. Die rauhen Temperaturen im Bayerischen Wald sind ungemütlicher als die in Spanien.

Fazit - eine Chance für Europa

Den Schritt, fremdsprachigen EU-Bürgern einen Ausbildungsplatz zu geben, ist eine Herausforderung und bedeutet Mut. Für beide Seiten. Bis ein sichtbarer Erfolg eintritt, bedarf es viel Geduld und Engagement. Engagement das sich am Ende auszahlt, wie in unserem Fall sichtbar. Dazu gratulierte uns die begeisterte Sozialministerin sowie alle weiteren Anwesenden.



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